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Explosion

Am 5. Dezember 2025 wurden wir zu einem ungewöhnlichen Einsatz nach Chamerau alarmiert. Einsatzstichwort war Explosion in einem Wohnhaus in Chamerau.

Zeitungsbericht des Bayerwald Echo Ausgabe Ost vom 6.12.2025:

Explosion mitten in Chamerau
Bewohner eines älteren Hauses erleidet Brandverletzungen, auch Nachbarn werden verletzt

Von Stefan Weber

Chamerau. Die Auswirkungen sind verheerend: Mindestens die Hälfte des Wohnhauses in der Bergstraße ist abgedeckt. Die Rauchwolken, die seit kurz vor 11 Uhr aus der Ruine steigen, sind schon von der Bundesstraße aus zu sehen. Die Feuerwehren aus dem östlichen Landkreis bis hin zu Einsatzkräften aus der Kreisstadt sind alarmiert worden. Ein Bewohner – das wissen die ersten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr aus Chamerau schon bei ihrem Eintreffen –, wurde schwer verletzt von Nachbarn versorgt. Die Frage, die sich aber auch eine halbe Stunde nach Beginn der Löschmaßnahmen stellt, ist: Hatten sich zum Zeitpunkt der Explosion noch weitere Menschen in dem Gebäude befunden?
Dass dem Brand ein lauter Knall vorausgegangen war, das erzählt nicht nur ein Nachbar: „Das war richtig laut, ich hatte schon gedacht, die Fenster sind kaputt“, sagt er, während der Wind langsam dreht und den Qualm auch in Richtung eines Wohnhauses bläst. Aber auch Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner, der als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu den ersten gehörte, die an die Einsatzstelle gekommen waren, sagt, dass der Knall auch in weiter Entfernung noch zu hören war.

Kein Anschluss ans Gasnetz

Während der Brand durch die rund 150 Feuerwehrmänner und -frauen schnell unter Kontrolle gebracht wird, besteht die Aufgabe eines Teils der Einsatzkräfte darin, die Nachbarn zu warnen und darauf hinzuweisen, die Fenster geschlossen zu halten. In nächster Umgebung werden Gebäude sogar vorsichtshalber evakuiert.
Der Rauch ist beißend und noch ist nicht klar, ob weiter Gas austritt. Zumindest ist das die Annahme, von der die Feuerwehr-Führungskräfte zu diesem Zeitpunkt noch immer ausgehen müssen. Doch: An ein Fernleitungsnetz für Gas ist die Gemeinde nicht angeschlossen, wie der Bürgermeister weiß.
Was die Ursache der Explosion gewesen ist, darüber können die Einsatzkräfte auch zwei Stunden nach Beginn des Einsatzes noch immer nur spekulieren. Das müssten ausgebildete Brandermittler der Kriminalpolizei klären, sagt ein Pressesprecher der Polizei.

Gebäude einsturzgefährdet

Die Feuerwehr hat eine Wasserleitung bis vom Regenfluss an den Brandort gelegt. Auch nachdem zwei Stunden lang Löschwasser in das zerstörte Gebäude gepumpt worden ist, qualmt es noch immer weithin sichtbar. Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt klar, dass sich neben der schwer verletzten Person keine weiteren Menschen mehr in dem Gebäude befunden hatten. Wenig später bestätigt die Polizei, dass es sich bei dem Verletzten um einen 29-jährigen Mann handelte, der in dem Gebäude gewohnt habe. Dass das Haus jemals wieder bewohnt werden kann, scheint Beobachtern vor Ort eher unwahrscheinlich. Wie Kreisbrandrat Mike Stahl erklärt, sei das Technische Hilfswerk mit einem schweren Bergebagger angefordert worden, um den Schutt des einsturzgefährdeten Wohnhauses zu räumen. Eine Arbeit, die noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird.
Das Bayerische Rote Kreuz ist mit weiteren 40 Einsatzkräften in 18 Fahrzeugen vor Ort. Auch für Einsatzleiter Tobias Muhr ist die Situation außergewöhnlich, die sich hier bietet. Er berichtet davon, dass zwei Bauarbeiter durch die Explosion verletzt worden seien. Sie hatten an einem Rohbau gearbeitet, der an das Grundstück direkt unterhalb des nun völlig zerstörten Gebäudes grenzt. Auch ein Rettungshubschrauber wurde an den Ort der Katastrophe gerufen.
Wie es dem 29-jährigen Mann geht, ist an diesem Tag nicht zu erfahren. Auch über die Höhe der Schadenssumme kann nur spekuliert werden. Das Haus dürfte allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr bewohnbar sein. Auch, ob nebenstehende Gebäude durch den dichten Qualm in Mitleidenschaft gezogen worden sind, ist bis Freitagnachmittag noch unklar.
Die Ermittlungen zur Brandursache hat noch vor Ort die Kriminalpolizei Regensburg mit eigenen Experten übernommen. Sie werden erst in den kommenden Tagen klären können, was dazu geführt hat, dass in einem Wohngebiet ein Haus von einer auf die andere Sekunde ein Raub der Flammen geworden ist.
Nicht nur in Chamerau wird dieser Dezember-Tag wohl in Erinnerung bleiben, an dem eine Explosion völlig unvermittelt eine Katastrophe heraufbeschworen hat, die es so nur sehr selten gibt. Neben dem materiellen Schaden bleibt zu hoffen, dass der Mann, der lebend aus dem Gebäude geholt werden konnte, nicht so schwer verletzt wurde, wie es die Überreste des Wohnhauses an diesem Vormittag vermuten lassen würden. Ein Glück, dass mit Blick auf die dichte Bebauung auch nicht noch mehr Menschen verletzt worden sind.

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