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Unwetterschäden in Runding, Rieding und Raindorf am 17.9.16

Zeitungsbericht des „Bayerwald-Echo, Schwerpunkt Ost” vom 19.9.2016:

FFW kämpft gegen einen Wassereinbruch im Blauberg

Unwetter Sintflutartige Regenfälle verwandelten über Nacht den Blauberger Steinbruch in einen See und ließen Gebäude in der Gemeinde Runding volllaufen.

Von Johannes Schiedermeier

Cham/Runding. Von oben goss es wie aus Kübeln, während unten die Feuerwehren versuchten, den Blauberger Steinbruch leerzupumpen. Der hatte sich am Samstagabend in einen riesigen See verwandelt, der aus allen Richtungen durch kleine Wasserfälle gespeist zu werden schien.

Feuerwehren aus Runding, Niederrunding, Raindorf und Windischbergerdorf versuchten der Wassermassen durch den Einsatz schwerer Pumpen Herr zu werden. Insbesondere ging es darum, die Elektrik der Rädlingeranlagen zu schützen und zu verhindern, dass die firmeneigenen Pumpen ausfallen. Selbst altgediente Feuerwehrmänner konnten sich an einen derartigen Einsatz im Steinbruch nicht erinnern. “Bisher waren wir höchstens hier, wenn wir für einen Brand einmal Wasser aus dem See gebraucht haben.”

Radlader verstärkten Damm

Kreisbrandinspektor Marco Greil erklärte den Sinn des Einsatzes. Im oberen Bereich des Steinbruches sei der dortige See vollgelaufen und die Feuerwehr versuche nun, die Dämme durch Abpumpen des Wassers aus dem Steinbruch zu entlasten. Während dieser Zeit arbeiteten am Seeufer pausenlos die Radlader der Steinbruchbelegschaft, die versuchten, den Damm zu verstärken.

Die sintflutartigen Regenfälle hatten bereits am Nachmittag die Wiesen rund um Raindorf in eine braune Brühe verwandelt. Zwischen Raindorf und Maiering war auch die Straße überflutet. Die Feuerwehr hatte bereits einen größeren Einsatz im Rundinger Reiterhof hinter sich, wo Wasser eingedrungen war. Auch einige Privathäuser waren betroffen.

FFW im Landkreis unterwegs

Aufgrund des Starkregens waren vorwiegend Einsätze im Landkreis Cham zu verzeichnen, berichtete die Polizei. Personenschäden seien jedoch nirgends gemeldet worden.

Am Samstag zwischen 12 Uhr und 20 Uhr wurden beim Polizeipräsidium Oberpfalz 13 starkregenbedingte Einsätze gemeldet. Auch hier zeigte das Meldebild vornehmlich überflutete Straßen und Keller im Bereich des östlichen Landkreises Cham.

Furth: Hochwasser Stufe 3

Um 18.25 Uhr meldete der Hochwassernachrichtendienst des Wasserwirtschaftsamtes Regensburg Meldestufe 3 für den Chamb in Furth im Wald. Der Höchststand wurde gegen 19 Uhr mit 328 Zentimetern erreicht. Seitdem ist der Pegel wieder rückläufig und hat wieder einen Stand von 268 cm (Meldestufe 1), Tendenz fallend.

In Cham steigt der Pegel

Auch in Cham begann der Pegel am Samstagabend bereits zu steigen und wie üblich war als Erstes der Bereich hinter der Biertorbrücke gesperrt. Der Hochwassernachrichtendienst ging noch am Samstagabend, um 22.30 Uhr, davon aus, dass bis zum Sonntagmorgen in Cham die Meldestufe drei erreicht werden wird.

Nach dieser Vorhersage wäre dann die Straße zwischen Janahof und der Stadellohe geflutet worden sowie die Verbindung Windischbergerdorf-Satzdorf.

Als die Chamer am Sonntagmorgen erwachten, stellten sie fest, dass das Gröbste nahezu spurlos an ihnen vorübergegangen war. Der Regen hatte überraschend um 1 Uhr aufgehört, woraufhin die Hochwasserspitze kurz vor der Meldestufe 3 kehrt machte und sich bis gegen 16 Uhr rasant auf Meldestufe 1 zubewegte.

Am Morgen war sogar die Straße zwischen Windischbergerdorf und Satzdorf gut passierbar, auch wenn in der tiefsten Senke ein kleines Bächlein durchlief, das für die Autofahrer allerdings kein Problem darstellte und durchfahren wurde.

Die Feuerwehren verließen den Steinbruch Blauberg zum Ende des Regens und hatten den Wasserstand bis dahin sogar leicht absenken können. Bis zu 5000 Liter pro Minute hatten sie bis dahin abgepumpt.

Tags darauf: Als wäre nicht gewesen

Am Sonntag begann gegen Mittag sogar kurz die Sonne zu scheinen und der Weidinger Bürgermeister Daniel Paul lieferte mit Bildern, den Beweis der Wechselhaftigkeit des Wochenendwetters: Am Freitag hatte er noch frisch geschlüpfte Pfauenaugen fotografiert, dann Land unter zwischen Raindorf und Maiering und einen überlaufenden Regenmesser (siehe Bild). Zweimal sei er voll geworden, schreibt Paul. Das seien mehr als 100 Liter pro Quadratmeter an einem Tag.

Hoffnung auf Schwammerl-Saison

Am Ende konnte er dem Ganzen sogar noch eine gute Vorhersage abgewinnen: “Nun dürften die Wälder wieder wasser getankt haben. Dann steht wohl einer guten Schwammerl-Saison nichts mehr im Wege!”

 

Einsatzzeit: 17. September 2016, 15.44 Uhr
Ort: Gemeindebereich Runding
Dauer:  7 Stunden
eingesetztes Gerät: TLF 16/25, TSF, Schlammsauger, Mini-Chiemsee
eigene Einsatzkräfte 22


 
 
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Letzte Änderung: 10. Februar 2017 von Webmaster