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Unwetterschäden in Lederdorn am 1.6.16

Zeitungsbericht des „Bayerwald-Echo, Schwerpunkt Ost” vom 2.6.2016:

Flut schwappt über den Altlandkreis

Natur Heftiger Starkregen sorgt für Einsatz-Flut zwischen Bad Kötzting und Zandt. Keller laufen voll, Plätze werden überflutet, Flüsse treten über die Ufer.

Von Stefan Weber

Bad Kötzting/Lederdorn. Es ist kurz vor 15 Uhr, als die Leitstelle in Regensburg die ersten Einsätze für die Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Bad Kötzting alarmiert. Während die dichte schwarze Wolkendecke über die Stadt hinwegzieht, erhöht sich die Zahl der Einsätze in den kommenden rund zwei Stunden auf mehr als 30 - so zumindest die Schätzung des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting, Florian Heigl.

Ein Schwerpunkt der Einsätze für die kommenden rund zwei Stunden, die nur noch mit “Hochwassereinsatz in Bad Kötzting” alarmiert werden, sind der Jahnplatz und das unweit gelegene AQACUR. Wo vor kurzem das Festzelt zum Pfingstfest stand, steht das Wasser binnen weniger Minuten über Knöchelhöhe. Während in Bad Kötzting volllaufende Keller zu den häufigsten Alarmierungen zählen - wobei auch ein Baum durch einen Blitzschlag in Brand gerät - trifft es das Dorf Lederdorn besonders hart.

Lederdorn wurde schwer getroffen

Hier entwickeln sich in den Straßengräben Richtung Chamerau reißende Ströme und überfluten die Staatsstraße. Es kommt schnell zu Unfällen - zum Glück nur Blechschäden. Beiderseits der Staatsstraße 2132 zwischen Lederdorn und Roßbach treten kleine Bäche über die Ufer und verwandeln die Wiesen in eine Seenlandschaft. Bald nach Beginn des Regens geht gar nichts mehr, die Feuerwehr leitet über Bärndorf und Kolmberg nach Blaibach um. Wer hier die Route über die Straße nach Steinbachtal wählt, hat Pech: Ein Baum versperrt die Straße. Für Stunden ist Bad Kötzting nur noch über die Staatsstraße 2140 aus Richtung Miltach zu erreichen.

Die Bahn stand still

Während sich nach gut anderthalb Stunden die Lage in der Stadt langsam wieder entspannt, zieht das Unwetter in Richtung Zandt und Altrandsberg weiter, wo Straßen überschwemmt werden und Keller volllaufen. Noch längere Zeit dauert der Einsatz in Lederdorn. Hier müssen die Feuerwehren aus Rimbach und Grafenwiesen mit Schlammsaugern anrücken, um die Straße wieder frei zu bekommen. Die Bewohner des Dorfes, die am tiefsten Punkt an der Hauptstraße wohnen, stehen im Schlamm. Sie versuchen gemeinsam mit zahlreichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehren, ihre Höfe vom Dreck zu befreien - mit Schaufeln, Schubkarren und Wasser-Schläuchen. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Bad Kötzting und Cham kommt es zu erheblichen Behinderungen. Auf Höhe des Steinbachtales wird das Bahngleis überschwemmt. Die Strecke wird auch für Autofahrer komplett gesperrt. Hier reißt das Wasser auch nachdem sich die Situation in Bad Kötzting wieder beruhigt hat, Äste, Schlamm und Straßenschilder mit sich.

In Richtung Altrandsberg kommt es in der Zwischenzeit zu zahlreichen Einsätzen. Ölspuren, volle Keller, abgerutschte Hänge und überflutete Straßen prägen gegen 18 Uhr das Ortsbild. Noch bis in die Nacht hinein wird das Hochwasser die Einsatzkräfte im Altlandkreis Kötzting beschäftigten. Dieses Gebiet wurde am stärksten vom Unwetter getroffen.

Aber auch in anderen Orten des Landkreises nehmen die Einsätze kein Ende. Auch wenn sie nicht so massiv waren wie zwischen Bad Kötzting und Zandt.

 

Einsatzzeit: 1. Juni 2016, 15.30 Uhr
Ort: Lederdorn
Dauer:  7 Stunden
eingesetztes Gerät: TLF 16/25, TSF, Schlammsauger, Mini-Chiemsee
eigene Einsatzkräfte 22


 
 
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Letzte Änderung: 05. Juni 2016 von Webmaster