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Wohnungsbrand in Willmering am 1.7.15

Zeitungsbericht des „Bayerwald-Echo, Schwerpunkt Ost” vom 2.7.2015:

Großbrand wütet in Waffenbrunn

EINSATZ Maschinenhalle, Garage und Wohnhaus gehen in Flammen auf – und die Feuerwehr kämpft mit Wasser-Notstand. Der 86-jährige Besitzer wird verletzt.

Von Johannes Schiedermeier

Waffenbrunn. “Als wir eintrafen, stand der Schuppen bereits in hellen Flammen”, berichtet Kreisbrandinspektor Marco Greil. Minuten nach der Alarmierung um 10.03 Uhr durch eine zufällig vorbeifahrende Streife der Polizei Cham fahren die ersten Einsatzkräfte in der Bahnhofstraße auf dem Gelände der ehemaligen Landmaschinenschlosserei Göttlinger vor. Doch an diesem Tag haben sie gleich mehrere Gegner.

Da ist zum einen die verschachtelte Bauweise, die zu einem blitzschnellen Übergreifen der Flammen vom Schuppen auf Maschinenhalle, Garage und später auch das Wohnhaus führt. Dramatische Züge nimmt die Lage an, als kurz nach dem Beginn der Löscharbeiten das Wasser ausgeht. Die Versorgungsleitung der Gemeinde Waffenbrunn mit lediglich acht Zentimetern Durchmesser erweist sich schnell als wesentlich zu schwach für effektive Löscharbeiten.

Atemschutz auf dem Rückzug

Allein der Wasserwerfer der Chamer Feuerwehr verspritzt die 1000 Liter pro Minute mühelos. Die Schläuche fallen leer. Das trifft insbesondere den Atemschutz-Trupp, der im Wohnhaus das Übergreifen des Brandes auf den Dachstuhl zu verhindern versucht. Fast 700 Grad Hitze zeigt dort die Wärmebild-Kamera, als die Wasserzufuhr zur Neige geht. Die Männer lassen den Schlauch liegen und treten fluchtartig den Rückzug an.

Besonders tragisch ist der Vorfall für den 86-jährigen Besitzer der Gebäude. Nachbarn hatten ihn zuvor Rasen mähen sehen. Er hatte nach ersten Ermittlungen der Polizei versucht, den defekten Mäh-Bulldog zu reparieren, als es zu einer Verpuffung gekommen war. Laut Rettungsdienstleiter Mich Daiminger wird der Mann mit Brandwunden, Schock und einer Rauchgasvergiftung vor Ort versorgt und ins Krankenhaus Cham gebracht. Kurz zuvor hatte er noch geistesgegenwärtig die großflächige Photovoltaikanlage abgeschaltet.

In der Zwischenzeit geht sein Lebenswerk in Flammen auf. 18 Feuerwehren sind inzwischen mit fast 200 Mann im Einsatz. Sie müssen eine Zeitlang machtlos zusehen, wie das Feuer auch auf das Wohnhaus übergreift und den Dachstuhl in Brand setzt, bis hunderte von Meter lange Leitungen zum Bach unterhalb der Brandstelle und zu Weihern oberhalb gelegt worden sind. Erst als rund 5000 Liter Wasser pro Minute durch die Schläuche fließen, bringt man das Feuer unter Kontrolle.

500000 Euro Schaden

Um 11.15 Uhr ist die Halle so instabil, dass sich die Drehleiter der Chamer Feuerwehr aus dem Gefahrenbereich zurückziehen muss, weil die Gefahr besteht, dass die Mauern einstürzen.

Die größten Schwierigkeiten macht der abgedichtete Spitzboden der Maschinenhalle. Für die Schlauchtrupps unerreichbar, brennt er innen lichterloh. Gegen 12.15 Uhr bringt die FFW zwei private Teleskop-Gabelstapler zum Einsatz. Sie reißen das Blechdach auf und heben es an. Dadurch ist das Feuer erstmals erreichbar, bekommt aber neuen Sauerstoff und ist nur mehr aus allen Rohren zu bändigen. Die schwarzen Rauchwolken sind bis weit hinter Cham am Himmel zu sehen. Erst gegen 13.30 Uhr lichten sich die Schwaden. Laut ersten Schätzungen der Polizei liegt der Schaden bei 500000 Euro.

 

Einsatzzeit: 1. Juli 2015, 10.44 Uhr
Ort: Waffenbrunn
Dauer:  5 Stunden
eingesetztes Gerät: TLF 16/25, 8 PA, Wärmebildkamera
eigene Einsatzkräfte 11


 
 
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Letzte Änderung: 03. Juli 2015 von Webmaster