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Wohnungsbrand in Runding am 25.9.14

Zeitungsbericht des „Bayerwald-Echo, Schwerpunkt Ost” vom 26.9.2014:

Tückischer Brand im Dachstuhl

EINSATZ FFW kämpft in Runding gegen immer neue Glutnester unter den Dachziegeln eines Einfamilienhauses. Kripo ermittelt fahrlässige Brandstiftung.

Von Johannes Schiedermeier

Runding. Um 1.02 Uhr alarmiert in der Nacht zum Donnerstag die Einsatzleitstelle über einen Zimmerbrand in Runding im Anwesen Eschenweg. Als Kreisbrandinspektor Marco Greil als Erster eintrifft, sieht er einen Teil des Balkons und den Dachüberschuss brennen. Außerdem raucht es aus den Dachziegeln.

In schneller Reihenfolge treffen die umliegenden Feuerwehren ein und stehen vor einem tückischen Problem: Das lodernde Feuer im Außenbereich ist schnell gelöscht. Dafür zeigt die Wärmebild-Kamera aus dem Korb der Chamer Drehleiter über den ganzen Dachfirst hinweg 200 Grad Hitze.

Es herrscht extreme Hitze

Der Rundinger FFW-Kommandant Sebastian Greil stellt bei der Einsatzleitung des Innenangriffs fest, dass der Spitzboden des Hauses wegen der großen Hitze unzugänglich ist. Erst als von der Drehleiter aus die ersten Dachziegel herausgerissen werden, schießen die Flammen in den Nachthimmel. Die Hitze entweicht nach oben. Mit Wärmebildkameras tasten sich die Atemschutztrupps innen vor und reißen gezielt dort auf, wo die Hitzenester angezeigt werden. Auf dem Dach löscht einstweilen die Mannschaft im Korb der Drehleiter in dichtem Qualm.

Katzenjunge nicht in Gefahr

Fast zwei Stunden dauert der Einsatz. Der stellvertretende Rettungsdienstleiter Dominik Lommer hat mit einem Notarzt und der Mannschaft zweier Rettungswagen nicht nur den Einsatz abzusichern, er betreut auch insgesamt acht Personen. Vier aus dem brennenden Haus und vier aus einem angebauten Nachbarhaus. Eine Frau wird mit Schockzustand ins Chamer Krankenhaus gebracht.

“Gott sei Dank hat das Haus keine Photovoltaik, sonst kämen wir gar nicht ran”, sagt ein Feuerwehrmann. Er beobachtet gegen 3.30 Uhr, wie Atemschutzträger über den Dachgiebel des Nachbarhauses klettern und beginnen, weitere Ziegel vom Hausdach zu werfen, über dem immer wieder Rauch aufsteigt.

Die Suche nach der Brandursache gestaltet sich schwierig. Der Einsatzleiter der Kripo will sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht festlegen. Die Sachlage ist unklar. “Wir wissen derzeit nicht, ob es von innen nach außen gebrannt hat, oder von außen nach innen. Derzeit können wir nichts ausschließen”, erklärt er. erst am Morgen gelang einem Brandfahnder der Kripo die Aufklärung. Offensichtlich hat eine 17-jährige Hausbewohnerin durch unachtsamen Umgang mit einem Aschenbecher den Brand auf dem Sofa am Balkon ausgelöst.

Die vier Bewohner des Hauses werden bei Verwandten unterkommen. Eine Katze wird in einer Einkaufstasche aus dem Haus gebracht. Irgendwo hat sie noch fünf Junge. Die sind aber nicht in Gefahr. Gegen 4 Uhr rücken erste Wehren ab. Im Einsatz waren Kräfte aus Runding, Niederrunding, Rieding, Lederdorn und Cham. Durch den massiven Atemschutz-Einsatz muss Kreisbrandinspektor Marco Greil in dieser Nacht die Feuerwehren aus Windischbergerdorf, Chamerau und Weiding nachalarmieren.

Außerdem wird der Atemschutzgerätewagen aus Furth im Wald nach Runding beordert, um den Nachschub an Material sicherzustellen. Für die FFW Runding wird es eine lange Nacht-Brandwache.

 

Einsatzzeit: 25. September 2014, 1.02 Uhr
Ort: Runding, Eschenweg
Dauer:  8 Stunden
eingesetztes Gerät: 11 PA, Wärmebildkamera, Schlauchmaterial, Beleuchtungsgerät 
eigene Einsatzkräfte: 22
alarmierte Feuerwehren: Runding, Niederrunding, Rieding, Windischbergerdorf, Chamerau, Cham, Lederdorn, Weiding, Furth i. W., Cham 1, Cham 3, Cham 3/4


 
 
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Letzte Änderung: 27. September 2014 von Webmaster
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