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Drogen-Präventionsabend am 15.5.12 in Runding

Runding. Hochinteressantes und auch schockierendes hörten die Besucher der Drogenpräventionsveranstaltung am Dienstag in Runding. Die FFW Runding hatte dazu gemeinsam mit der Gemeinde in den Pfarrsaal geladen. Als Referenten konnten von der Fahndungsgruppe der Polizeiinspektion Furth im Wald die Referenten, Polizeihauptkommissar Christian Pongratz und Polizeihauptmeister Stefan Breu gewonnen werden. Inspektionsjugendwart Marco Greil hieß zu dieser Veranstaltung viele Vereinsvorstände und Eltern willkommen. Wie groß die Drogenproblematik im Landkreis Cham ist, zeigte Polizeihauptkommissar Pongratz anhand einer Statistik. Waren im Jahr 2008 „nur“ 157 Betäubungsmitteldelikte und 74 Drogenfahrten zu verzeichnen, stiegen diese 2011 auf 486 Vergehen gegen das BTM-Gesetz und 238 Fahrten unter Drogeneinfluss rasant an. Leider lassen auch die Prognosen für dieses Jahr nichts Gutes erahnen, da im ersten Quartal schon 166 Betäubungsmitteldelikte aufgedeckt wurden. Grund dafür ist unter anderem eine Gesetzesänderung in der Tschechei, die von vielen falsch verstanden wird. In geringen Mengen wurde dort der Besitz von Drogen für den Eigenverbrauch von einer Straftat zur Ordnungswidrigkeit herabgestuft. Mit fatalen Folgen nicht nur für das Grenzgebiet. Auf den Vietnamesenmärkten konnten schon früher an wenigen Ständen auf Nachfrage illegale Drogen erworben werden. Heute sprechen diese potenzielle Kunden direkt an. Polizeihauptmeister Stefan Breu beleuchtete die Verwendung und Auswirkungen der momentan gängigsten illegalen Drogen. Nicht umsonst war der Eintritt zur Veranstaltung unter Achtzehnjährigen verboten. Um die Eltern und Vereinsvorstände zu sensibilisieren, konnten sie Marihuana, Haschisch, Heroin etc. ansehen und daran riechen. Dabei erklärte Breu, auf was sie bei Verdacht achten müssten: Plötzliches Absinken der Schulleistung, Aufgabe bzw. ständiger Freundeswechsel, Rückzug oder totale Isolation, Aufgabe bisheriger Interessen, Teilnahmslosigkeit, unerklärlicher Geldmangel können Anzeichen für Drogenkonsum sein, aber eben vielleicht auch nur Entwicklungsstadien eines Jugendlichen. Handfestere Beweise liefern zum Beispiel das Auffinden von unscheinbaren kleinen Plastikbeuteln, wie solche, die oft Ersatzknöpfe einer Jeans beinhalten oder kleine Waagen. Daneben gibt es noch körperliche Anzeichen. Crystal Speed zum Beispiel führt zu hohem Gewichtsverlust, extremen Zahnfleischbluten, blutigen Hautekzemen. Die Wahnvorstellungen, Selbstüberschätzungen und die dem Drogenrausch folgenden Depressionen führen oft zu lebensgefährlichen Situationen. Leider kommen heutzutage rund 80 Prozent unserer Jugendlichen in Kontakt mit illegalen Drogen. Dieser erste Kontakt ist dann der alles entscheidende Moment. Denn ehe man sich versieht, gerät man in die Abhängigkeit. Sie zu überwinden ist viel schwerer, als bereits beim ersten Mal „nein danke“ zu sagen. Denn bei den meisten Betäubungsmitteln gibt es kein Probierstadium, mit einer falschen Entscheidung kann man sich sein ganzes Leben verderben. Da Jugendliche sehr an ihrem Führerschein hängen, sind sie vielleicht einsichtiger, wenn man ihnen auch weitere Folgen von illegalen Drogenbesitz erklärt. Schon der bloße Besitz von Rauschgift kann Zweifel an der Eignung zum Führen eines KFZ rechtfertigen, die zum Entzug der Fahrerlaubnis führen können.


 
 
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Letzte Änderung: 16. Mai 2012 von Webmaster